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Herzschmerz – oder – Authentisch sein

Erst Wenn wir unseren Schmerz fühlen, Kann er Heilen!

29. Dezember 2017

Wir tragen so viel Schmerz in unseren Herzen!

Schmerz, Trauer, Verletzungen, Enttäuschungen. Aus unseren eigenen Leben, unserer Kindheit, unserem Erwachsenenleben und auch aus früheren Leben. Oft tragen wir auch den Schmerz unserer Eltern, Großeltern, Geschwister oder Ahnen in uns. Meist ohne es zu wissen.

Wir haben unsere Herzen verschlossen und diesen Schmerz tief in uns vergraben. So tief, dass wir manchmal selbst nicht mehr wissen, dass er da ist.

Wir haben verlernt mit unserem Schmerz zu sein. Wir wollen den Schmerz nicht fühlen und unternehmen so einiges, um ihn nicht fühlen zu müssen. Wir rennen  – und rennen – und rennen – auf der Flucht vor unserem Schmerz. Wir lenken uns ab, durch Arbeit, Sport, Reisen, Essen, die Probleme anderer, Fernsehen, Einkaufen oder sonstige Aktivitäten. Wir flüchten in andere Welten, TV-Serien, Computerspiele oder betäuben uns mit Alkohol, Zigaretten, Drogen. Alles – bloß nicht fühlen! Wir wünschen uns angenehme Gefühle – unterdrücken und vermeiden aber die schmerzlichen und vergessen dabei, dass wir in einer Welt der Dualität leben, in der es nicht nur Freude, sondern eben auch Leid, nicht nur „glücklich“ – sondern auch „traurig“ gibt.

Wir wollen unseren Schmerz weder uns selbst, noch anderen eingestehen. Niemand soll unseren Schmerz sehen. Niemand soll sehen wie verletzlich wir sind. Niemand soll sehen, dass wir traurig, enttäuscht, verloren oder einsam sind. „Mir gehts gut!“ Bevor wir anderen unsere Verletzlichkeit zeigen – zeigen wir ihnen lieber unsere Wut. Doch auch unter dieser Wut liegt, tief verborgen, Schmerz.

Und so stehen wir voreinander mit unseren Masken. Wie zwei Ritter in ihrer Ritterrüstung: gut getarnt und vor allem geschützt. Keiner kann uns sehen, keiner kann uns verletzen. Alles was wir voneinander sehen sind unsere Masken. Keiner oder nur wenige bekommen einen Einblick dahinter. Warum auch?

WARUM AUCH?

Wir finden (bewusst und unbewusst)  viele Gründe dafür, uns mit unseren wahren Gefühlen zu verstecken, Schmerz und Trauer zu unterdrücken: Wir finden es peinlich, unangebracht, wir „funktionieren“ besser ohne diese Gefühle,  wir belasten andere nicht mit unseren eigenen Problemen, wir müssen uns nicht zeigen und ganz wichtig: Wir schützen uns vor weiteren Verletzungen.

Aber was wir dadurch verlieren ist ECHTE VERBINDUNG. Verbindung zu anderen Menschen!

Wenn man sich – mit seinem Schmerz – einem anderen Menschen zeigt, DANN kann man sich wirklich begegnen. Man sieht sich! So wie man ist! Man erkennt den anderen – weil man sich selbst in ihm erkennt. Denn wir alle haben Gefühle. Wir alle fühlen. Sind manchmal traurig, einsam, verloren. Und auf einmal wird dir bewusst, wer da eigentlich vor dir steht. Es ist AUCH ein Mensch. Ein Mensch wie du. Ein Mensch mit Gefühlen. Ein Mensch den du fühlen kann, ein Mensch den du verstehen kannst. Auf einmal ist man sich nah.

Irgendwann in unserer Geschichte haben wir gelernt, uns besser nicht mit unseren Gefühlen zu zeigen. Vielleicht war es nur ein Satz der Eltern: „Reiß dich zusammen, so schlimm ist das doch nicht“, „Männer weinen nicht“, „ein Indianer kennt keinen Schmerz“, oder der Spott von Mitschülern, die sich darüber lustig gemacht haben, wenn wir geweint haben.

Aber heute sind wir erwachsen! Wir können selbst entscheiden und müssen uns nicht schämen! ES IST OK sich zu zeigen, so wie man ist! Und meiner Erfahrung nach, ist die Reaktion auf „sich mit seinen Gefühlen zeigen“, immer MITGEFÜHL. Denn jeder kennt diese Gefühle, kann nachvollziehen wie man sich fühlt. Das ist Teil des Menschseins. Es ist nicht unangebracht oder peinlich! Es ist AUTHENTISCH!

Wir sind gewohnt Gefühle wie Trauer wegzuschieben, wenn sie hoch kommen. Dafür haben wir keine Zeit oder es ist nicht der richtige Ort. Vielleicht sind wir auf der Arbeit oder mit Freunden unterwegs. Da ist man nicht traurig – da zeigt man sich von seiner besten Seite.

Wenn wir die uns unangenehmen Gefühle unterdrücken, wenn wir unsere Herzen verschließen, dann schützen wir uns zwar vor Trauer, verhindern aber auch Gefühle wie Freude und Glück. Das Leben wird flach, langweilig, ohne Höhen und Tiefen.

Trauer ist Teil des Lebens, genauso wie alle anderen Gefühle. Wenn wir sie unterdrücken, müssen wir sie zwar nicht spüren, doch sie ist in unseren Herzen, in unserem Energiefeld und beeinflusst von dort aus unser Leben.

Ich habe die Erfahrung gemacht… Wenn ich die Trauer annehmen, sie nicht wegdrücke, sondern da sein lassen, wenn ich sie spüre und dann gehen lasse – dann ist das zwar nicht „angenehm“ – es tut weh – aber danach fühle ich mich oft so AM LEBEN. Auf den tiefsten Schmerz folgt auch das höchste Glücksgefühl. Ich spüre das Leben! Das Wunder und die Schönheit unseres Lebens!

Probier´s mal aus! Lass deine Trauer zu, wenn sie anklopft, fühle sie und lass sie los. Lass deine Maske fallen und zeig dich! So wie du bist. WUNDERSCHÖN – und Teil des Abenteuers LEBEN.